Es ist unglaublich und nicht zu verstehen. Das am 5. Oktober 2011 vor Neuseelands Küste auf ein Riff aufgelaufene Containerschiff “Rena” ist fast drei Monate nach dem Unglück doch noch auseinandergebrochen.
Im Oktober flossen über 400 Tonnen Öl ins Meer, etwas 2000 Vögel sollen verendet sein. Viele hundert Container, darunter einige mit bedenklichem Inhalt, gingen verloren. Es handelte sich um eine der schwersten Meereskatastophen, die Neuseeland erlebt hat.
Große Schwierigkeiten bei der Bergung des Öls und der Container
Damals gab es aufgrund der Stürme und schwierigen Wetterbedingungen große Schwierigkeiten, das Öl abzupumpen und Container zu sichern. Etwa 1100 Tonnen sollen abgepumpt worden sein, im November wurde gemeldet, 50 Tonnen Öl seien jetzt noch im Schiffsrumpf verblieben und wären schwer zu bergen.
Daraufhin begann man mit der Bergung der Container, die sich ebenfalls als sehr schwierig und langwierig erweist.
Bei dem Unglück jetzt in der letzten Nacht vom 08.01.2012 sollen nun mindestens 300 Container von den noch verbliebenen 880 Containern beim Auseinanderbrechen von Bord gerutscht sein.
Es wird fieberhaft versucht, eine erneute Verschmutzung durch eventuell auslaufendes Öl zu verhindern. Experten sagen, dass unter Umständen das erste Öl am Montag an der Küste eintreffen könnte. Derzeit sind die Wetterbedingungen wieder so schwierig, dass Versuche, das verbliebene Öl zu bergen, keinen Sinn machen. In ein paar Tagen soll der Sturm eventuell nachlassen.
Vor dem Unglück wurden Sicherheitsmängel festgestellt
Das Unverständliche an der Misere ist, dass die australischen Schiffahrtsbehörden das Schiff einige Wochen vor dem Unglück im Oktober 2011 aufgrund von Sicherheitsmängeln beschlagnahmten, was aber von liberianischen Behörden widerum angefochten wurde. Mit neuen Auflagen durfte das Schiff dann seinen Weg im Oktober fortführen, geradewegs in das Unglück hinein.
Gegen die Führung des Schiffes sollen Strafverfahren wegen fahrlässigem Verhalten und Dokumentenfälschung eröffnet werden, aber was nützt das?
Was sich jeder Normalbürger jetzt nur fragen kann, ist, warum ließ man das Schiff mit der immer noch gefährlichen Fracht so lange auf dem Riff?
Warum wurde es zwischenzeitlich nicht geborgen? Ging das wirklich nicht anders? Waren das praktische oder vielleicht finanzielle Gründe?
Und was ist mit den Betreibern? Werden die irgendwie in die Haftung genommen, ein solch altes Schiff auf den Weg zu schicken?
Jetzt den Kapitän und Navigationsoffizier zu bestrafen, ist eine Sache. Die Urheber, die dahinter stehen, ebenso in Regreß zu nehmen, wäre mindestens genauso wichtig.
Aber so wie es in den letzten Wochen und Monaten relativ wenig genaue Informationen über die Betreiber und die genauen Inhalte auf dem Schiff gab, wird es sie wohl auch in Zukunft nicht geben.
Auf www.t-online.de gibt es einen Bericht und ein Video von Reuters über das Auseinanderbrechen des Schiffes.

